Glossar

>Hier finden Sie Begriffserklärungen zu Fachbegriffen, die oft im Zusammenhang mit Coaching verwendet werden. Außerdem kurze Erklärungen zu Methoden und Theorien rund um das Thema Coaching.<

 

 systemisch lösungsorientiert ressourcenorientiert Ressourcen  Kunst Empathie Authenzität kokreativ   Expressive Arts Transformation  Humanistische Psychologie personenzentriert Coachee

 

Authentzität

bedeutet so viel wie Echtsein, sich selbst sein und keine Rolle spielen. Gemeint ist sich so zu geben wie man ist, was eine gute Kenntnis über sich selbst und die eigenen Stärken und Schwächen erfordert. Authentische Menschen werden in ihrem Denken und Handeln weniger stark durch andere Personen beeinflusst.

 

Coachee

die Person, die zum Coach kommt und mit ihm arbeitet. (vgl. Klient)

 

Empathie

ist die Fähigkeit sich in andere Menschen einfühlen zu können. Das führt dazu, dass man sich besser auf andere Personen oder Gruppen einstellen kann. wer empathisch ist, hat es leichter komplexe Systeme zu verstehen.

 

Expressive Arts

in den Expressive Arts geht es vielfach um künstlerische Begleitung in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. McNiff, Knill und Cander begannen, Konzepte „kunst-orientierten Handelns“ in den 70er Jahren zu entwickeln. Mit „expressive“ ist „ausdrucksorientiert“ gemeint. Es wird davon ausgegangen, dass das Ergebnis des künstlerischen Tuns optimal ist, wenn die Bereiche Wahrnehmung und Ausdruck eng miteinander verbunden werden (Knill 2005: 200). Wichtig ist dabei eine intermediale Vorgehensweise geworden (Jahn & Sinapius 2015: 19 f.). Intermediales Arbeiten ermöglicht simultanes oder aufeinanderfolgendes Involvieren mehrerer Sinne (ebd.: 33). Beispielsweise hat jemand ein Bild gezeichnet und schreibt dann ein Gedicht dazu oder es wird zu Musik gemalt.

 

Humanistische Psychologie

Die Humanistische Psychologie sieht den Menschen ganzheitlich als ein nicht mechanisch funktionierendes Wesen. Der Mensch ist selbstbestimmt. Die Humanistische Psychologie ihrerseits hat ihre Grundlagen in der Philosophie.  Für das Menschenbild der Humanistischen Psychologie gibt es vier wesentliche Gesichtspunkte: das Streben nach Autonomie und sozialer Interdependenz, Selbstverwirklichung, Ziel- und Sinnorientierung (wichtig hier Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde) und Ganzheit (Völker 1980, zit. n. Kriz 2007: 161). Zusammengefasst kann somit davon ausgegangen werden, dass jeder Mensch in der Lage ist sich selbst weiter zu entwickeln, v. a wenn in einem (Coaching-)Setting Wertschätzung, Empathie und Authentizität berücksichtigt werden (vgl. König & Volmer 2012: 284-288).

 

Intermodale Dezentrierung
Eine Methode der Expressive Arts ist das Dezentrieren. Durch das Dezentrieren soll erreicht werden, dass neue Perspektiven entstehen. Die Dezentrierung soll wegführen von dem ständigen aussichtslosen Kreisen um ein Thema.
Bei der Durchführung der Dezentrierung werden künstlerische Mittel eingesetzt. Eine Einheit teilt sich in Einstieg/Dezentrierungsabschnitte/ Abschluss.

 

Was ist Kunst?

Kunst umfasst unterschiedlichste Kunstformen/Künste. Es geht nicht nur um Bilder malen, Musik, Literatur, Darstellende Künste wie auch Kunst mit neuen Medien, Fotografieren oder Filmen gehören selbstverständlich ebenfalls zu den Künsten. Das Bedürfnis von Menschen ist schon immer groß gewesen, sich über künstlerisches Tun auszudrücken und ihre Lebenswelt zu gestalten. Beim künstlerischen Arbeiten mit Gruppen oder einzelnen Personen soll es nicht darum gehen, etwas Tolles, Schönes, technisch Perfektes zu erstellen. Der Anspruch ist nicht, realistische Darstellungen auf hohem Niveau zu kreieren, welche dann nach den Kriterien richtig oder falsch untersucht werden. Das künstlerische Arbeiten soll keine Trainingseinheit zum Trainieren technischer Fähigkeiten sein (Freygarten & Sinapius 2015: 102 f.). Das Augenmerk soll auf den künstlerischen Prozess und die Erfahrungen, die darin gemacht werden, gerichtet sein. Kunst dient in diesem Zusammenhang als ergebnisoffenes Experimentierfeld und als Spielraum. Es soll nicht gedeutet werden, das Werk und der künstlerische Prozess sollen für sich selbst stehen als das, was sie sind und als was sie erscheinen. Ein Werk soll so losgelöst wie möglich von der Person sein, die es gemacht hat, denn die Person ist keinesfalls ihr Bild.
Es werden Aufgaben angeboten, welche ohne spezielle Kenntnisse durchgeführt werden können und zu denen man einen leichten Einstieg findet („low-skill-high-sensitivity“). Wichtig ist eine phänomenologische Grundhaltung, d. h. man richtet seinen Blick auf das, was sich zeigt, und bleibt an der Oberfläche der Dinge (vgl. Eberhart & Knill 2010).

 

kokreativ

Kokreativ, das meint gemeinsam erschaffend oder schöpfend.
Gemeint sind hier nicht rezeptartige Kreativitätstechniken, Design Thinking oder Co-creation (Management oder Strategietechnik) oder eine rein methodische Vorgehensweise. Es sollen keine Übungen, die geprägt sind von genauen Instruktionen aneinandergereiht werden, um ganz bestimmte Dinge herauszufinden oder an tiefe Emotionsebenen zu gelangen. 

Kreativität oder anders gesagt, schöpferisch tätig zu sein, ist ein Prozess, der stets mit „anderen und anderem“ zusammen geschieht (Petzold 1992m: 4).

 

lösungsorientiert und ressourcenorientiert

Ich arbeite lösungs- und ressourcenorientiert und sehe den Coachee als Experte für sich selbst, der im Besitz von Ressourcen ist, die er eventuell nicht in ausreichendem Maße wahrnimmt. Der Fokus der Sitzungen ist auf eine attraktive Zukunft und das Finden von Lösungen gerichtet, dabei tritt der Coach nicht als Problemlöser auf. Der Coach stellt Fragen nach Ausnahmen, Stärken, also nach funktionierenden Dingen (vgl. O’Connell, Palmer & Williams 2014: 30-33).

 

personenzentriert

Dieser Begriff bezieht sich auf den Ansatz der personenzentrierten Psychotherapie nach Rogers. Zentrale Merkmale dieses Ansatzes sind eine nichtdirektive Beratung und die Akzeptanz des Gegenübers in seiner Einzigartigkeit, Würde, Freiheit mit seiner Fähigkeit zu wachsen und sich zu entfalten bzw. ihm diese auch zu lassen. Der Klient wird als ebenbürtig wahrgenommen, nicht bewertet und erhält keine Tipps. Der Berater/Coach hat eine positive Grundhaltung, die geprägt ist von Authentizität und Empathie. Der Fokus liegt auf den individuellen Stärken. Vom Klienten wird erwartet selbstverantwortlich zu sein (Kriz 2007: 163-174).

 

Ressourcen

Oft wird der Begriff „Ressourcen“ gleichgesetzt mit Begriffen wie „Stärken“, „Potentiale“ oder „Kompetenzen“. Das Wort Ressource lässt sich auf das französische ressource = Mittel, Quelle, und weiter auf das altfränzösische résoudre = lösen zurückführen, das auf das lateinische resurgere = wiederaufstehen zurückgeht (Duden online).

Ressourcen“ sind also Mittel, Quellen (s. o. ursprüngliche Wortbedeutungen) und eine Basis für Potentiale. Ressourcen werden ausgetauscht in einem kokreativen Prozess und befinden sich an der Basis des persönlichen Selbst. Es kann zwischen internen und externen Ressourcen unterschieden werden.

 

Transformation

Umwandlung, Veränderung oft weitreichend und dauerhaft, selbst angestoßen oder von außen.

 

Literaturquellen